Wie bekomme ich meinen Song auf die richtige Lautheit?

Nun geht es um das technische Mastering. Wir optimieren den Pegel, die Lautheit und das Format unseres Songs. Hierbei zeige ich dir einige wichtige Tools, mit denen du deinen Song gezielt auf die Veröffentlichung vorbereiten kannst.

Der richtige Pegel

Dein Song sollte an keiner Stelle übersteuern, sonst verzerrt er und kann auf verschiedenen Geräten zu Wiedergabefehlern führen. Bei digitalen Audiosignalen bedeutet das, dass dein Ausgangssignal immer unter 0,0 dB liegen sollte.

Um das sicherzustellen, nutzen wir den Brickwall Limiter als letzten Effekt in der Masteringkette. Der Limiter funktioniert wie ein Kompressor mit einem Verhältnis von unendlich zu eins. Wenn das Signal somit lauter als der eingestelle Threshold wird, wird es so stark verdichtet, dass es nach dem Limiter nicht mehr über den Thresholdwert steigen kann.

Ich habe mir angewöhnt, meine Songs auf -0,3 dB zu limiten. Damit gibt es noch einen kleinen Spielraum von 0,3 dB, falls Pegelspitzen durch spätere Konvertierung meines Signals auftreten sollten. Beispielsweise ist die Konvertierung zu MP3-Dateien dafür bekannt neue Pegelspitzen hervorzubringen. Wie viel Pegel man diesen Peaks zugesteht, ist im Mastering allerdings eher eine Philosophiefrage, da sich deren Amplitude nicht voraussagen lässt.

Wichtig ist, dass wir einen True Peak Limiter am Ende der Signalkette verwenden, der das Signal wirklich auf den Threshold limitiert, nicht nur annähernd. Der Cubase Brickwall Limiter ist ein solcher True Peak Limiter. Durch die Aktivierung der „Inter Sample Peak Detection“ wird verhindert, dass Limitingfehler beim Konvertieren zwischen verschiedenen Samplerates zu neuen Pegelspitzen führen.

Die richtige Lautheit

Bereits im Mixingkapitel haben wir gelernt, dass Pegel und Lautheit nicht das gleiche sind. Ein Sinuston bei -16 dB klingt wesentlich leiser als beispielsweise weißes Rauschen bei -16 dB Pegel. Das liegt an der Dichte und Dynamik des Signals.

Im Mastering nutzen wir die Einheit LU (Loudness Units) und optimieren unseren Song auf einen bestimmten Lautheitswert in LUFS (Loudness Units relative to Full Scale). Beispielsweise haben die meisten Musikplattformen wie Spotify oder iTunes inzwischen festgelegte Lautheitswerte, die kein Titel überschreiten darf. Sollte ein Song einmal dennoch lauter sein, senkt die Plattform intern einfach seinen Pegel ab, bis die Lautheit passt. Dabei verschenken wir aber viel Dynamik in unserem Song, wodurch ebenfalls Qualität verloren geht.

Aus diesem Grund sollten wir die Lautheit im Mastering messen. Dafür nutze ich das Tool MLoudnessAnalyzer von MeldaProduction. Darin sind Referenzwerte für verschiedene Plattformen hinterlegt, mit denen wir den richtigen Lautheitswert erreichen können. Im Video zeige ich, wie du das Plugin nutzen kannst, um die Lautheit über den gesamten Song zu optimieren.

Das Dithering

Beim Exportieren deines Songs muss die Bitrate des Projekts neu berechnet werden. Hierbei können Rundungsfehler entstehen, die zu einem digitalen Rauschen führen. Mittels eines Ditheringplugins können diese Rundungsfehler geglättet werden und das Rauschen wird minimiert. Deshalb sollten wir auf den letzten Insertslot unseres Ausgangskanals das Ditheringplugin von Steinberg laden: UV22HR.
Diesem Plugin müssen wir nur mitteilen, in welcher Bittiefe unser Song exportiert werden soll – und er wird automatisch richtig gedithert. In vielen Fällen wollen wir in CD-Qualität Exportieren, also als Wav-Datei mit 16 Bit und 44.1 kHz. Somit stelle ich das Ditheringplugin auf 16 Bit ein.

Fertig. Nun folgt nur noch der Export und die Veröffentlichung!