Raumakustik: Schallabsorber im Homestudio | Teil 3/6

Heute geht es um das Thema Schallabsorber. Wenn du eine gute Position für den Abhörplatz und den Aufnahmebereich in deinem Raum gefunden hast, kannst du dich um die akustische Optimierung deines Homestudios kümmern. Dafür brauchst du akustische Elemente, wie zum Beispiel Schallabsorber oder Diffusoren.

Wie funktioniert ein Schallabsorber?

Ein Absorber ist ein „schallschluckendes Element“. Er besteht aus offenporigen Materialien wie Mineralwolle oder bestimmten Schaumstoffen. Schwingende Luftteilchen werden durch Bewegung und Reibung in diesem Material in Wärme umgewandelt. Treffen also Schallwellen auf einen Absorber werden sie größtenteils „geschluckt“ und nicht wie von einer kahlen Wand in den Raum zurück reflektiert. Die Wirksamkeit eines Absorbers hängt grundlegend von 3 Faktoren ab: Der Porendichte des Materials, der Dicke des Materials und dem Abstand zum reflektierenden Medium, also dem Wandabstand in dem er montiert wird. Die Dicke des Materials ist dabei das wichtigste Kriterium: Umso dicker der Absorber, desto tiefer reicht die untere Grenzfrequenz und desto höher ist die Bandbreite der Absorption. Mit dünnen Absorbern lassen sich dementsprechend nur hohe und mittlere Frequenzen absorbieren. Wenn du auch die Probleme im Bassbereich in den Griff kriegen willst, brauchst du Absorber mit einer größeren Bautiefe.

Absorber für dein Homestudio

Grundlegend gibt es 2 Typen von Schallabsorbern:

  1. Breitbandabsorber, die an Seitenwänden oder der Decke montiert werden, Absorptionsbereich: zw. 500-20.000 Hz, Bautiefe zw. 10-25cm
  2. Bassabsorber/Basstraps, die hauptsächlich in Ecken und Kanten positioniert werden, Absorptionsbereich: zw. 20-20.000 Hz, Bautiefe zw. 30-60cm

Schallabsorber

Das Ziel im Homestudio ist es, ein möglichst ausgewogenes Frequenzverhalten und eine gleichmäßige Nachhallzeit im Raum zu erzeugen. Um dies zu erreichen macht eine Kombination verschiedener Absorber Sinn. Du solltest immer zuerst versuchen den Bassbereich in deinem Raum zu bändigen und dich erst danach um die Mitten und Höhen kümmern. Dafür ist es wichtig vor allem in den Ecken hinter deiner Abhörposition Bassabsorber zu positionieren. Wenn du dann deinen Aufnahmebereich zum Beispiel im rechten hinteren Teil deines Raumes einrichtest, macht es Sinn auch in diese Ecke einen Bassabsorber zu stellen. Breitbandabsorber zur Behandlung der mittleren und hohen Frequenzen solltest du an Flächen anbringen, die für viele Erstreflexionen am Abhörplatz und im Aufnahmebereich sorgen (Genaueres dazu siehe Teil 1 dieser Serie).

Weitere Akustische Elemente

Neben Schallabsorbern gibt es noch weitere akustische Elemente wie zum Beispiel Diffusoren. Diffusoren sind „schallstreuende Elemente“. Wenn eine Schallwelle auf einen Diffusor trifft, wird sie aufgrund der unebenen Oberfläche in verschiedene Richtungen zurück in den Raum reflektiert. Man spricht dabei von diffusen Reflexionen, die das Gefühl vermitteln vom Klang umgeben zu sein. Manche sprechen auch davon, dass Diffusoren den Raum größer klingen lassen, als er tatsächlich ist. Man kann Diffusor-Elemente genau wie Breitbandabsorber an den Seitenwäden oder der Decke anbringen um harte Reflexionen zu minimieren. Diffusoren und andere speziellere Akustik-Elemente wie z.B Helmholzresonatoren, Plattenresonatoren oder Lochplattenabsorber eignen sich jedoch eher für das „Feintuning“ der Raumakustik und sind im Homestudio nicht unbedingt nötig.

Schallabsorber

Mythos Noppenschaumsoff

Noppenschaum oder ähnliche Schaumstoffe sind sehr dünn (meistens zwischen 3-8cm). Bei einer Stärke von bespielsweise 5 cm ergibt sich eine maximale Absorptionsleistung bei etwa 1750 Hz. Das bedeutet es werden nur die oberen Mitten und Höhen absorbiert. Der untere Frequenzbereich wird von Noppenschaumstoff überhaupt nicht erfasst. Aus diesem Grund macht es auch keinen Sinn einen Raum oder eine Gesangskabine komplett mit Noppenschaum zu versehen. Damit würde sich das Frequenzverhalten im Raum, hin zu einem muffigen und wenig transparenten Klangbild entwickeln.

Kaufen oder selber bauen?

Da du jetzt weißt, was für Schallabsorber du brauchst um die Raumakustik in deinem Hometudio in den Griff zu bekommen, stellst sich die Frage: Wo kriege ich solche Absorber her? Im Internet gibt es viele Angebote, die oft unbezahlbar für Hobbyproduzenten oder Leute mit schmalem Geldbeutel sind. Gerade Bassabsorber mit einer Bautiefe ab 30-40cm kosten ein Schweinegeld. Blöderweise brauchen wir aber genau solche Elemente um die Raumakustik in unserem Raum spürbar zu verbessern. Also, was tun? Selberbauen! Mit etwas handwerklichem Geschick und ein paar Werkzeugen lassen sich Breitband- und Bassabsorber relativ einfach für ca. 1/4 der Händlerpreise selber bauen. Genau um dieses Thema geht es im nächsten Teil dieser Raumakustik Serie: Schallabsorber selber bauen.

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Mit diesem Raumakustik-Kurs kannst du das Beste aus deinem Homestudio herausholen. Matthias Basedow erklärt dir in sechs Videos (Gesamtlaufzeit: 60 Minuten) und Artikeln, mit welchen Maßnahmen du deinen Raum optimieren kannst. Und zwar ohne viel Geld auszugeben!

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