Wie mische ich das Low End meines Songs?

Jetzt geht’s nach Fahrplan: Aus dem Roughmix wird der finale Mix. Wir beginnen mit dem Low End. Zuerst müssen Kickdrum, Bass und Subbass richtig sitzen. Auf diesem Fundament können wir später den Rest des Mixes aufbauen.

Das Low End: Kick und Bass

Auf jede meiner Spuren setze ich einen Lowcut in den Equalizer. Selbst auf Kickdrum und Bässe. Damit dort die tiefen Frequenzen aber nicht kaputtgehen, verwende ich einen Lowcut mit hoher Flankensteilheit.

Anschließend suche ich nach Resonanzen im Bassbereich der Kickdrum. Mit einem dünnen EQ-Band wandere ich über den Bereich zwischen 40 und 150 Hertz und warte auf das Dröhnen einer Resonanzfrequenz. Die tiefste Resonanz ist der Grundton meiner Kickdrum. Meist liegt bei der doppelten Grundfrequenz der Druckpunkt der Kickdrum. Indem ich an diesen beiden Stellen EQ-Bänder positioniere, kann ich den Sound der Kickdrum sehr gut kontrollieren. Später können Envelopeshaper und Kompressoren dabei helfen, die Dynamik der Kickdrum in den Griff zu bekommen. Durch Saturation und Distorsion kann ich die Kickdrum außerdem weiter in den Vordergrund holen.

Das gilt übrigens auch für den Bass. Klassische E-Bässe haben im Mittenbereich Obertöne und verschiedene Geräusche, beispielsweise vom Greifen der Saiten. Diese lassen sich durch Distorsion oder Saturation sehr schön hervorheben. Dieses Vorgehen holt den Bass in den Vordergrund, so dass er sich selbst gegen andere laute Instrumente durchsetzen kann.
Außerdem kannst du im Bass-Frequenzspektrum Platz für die Kickdrum schaffen, indem du Grundfrequenz und Druckpunkt etwas aus den Bass-Frequenzen herausfilterst. Somit haben Kick und Bass beide genug Platz, um sich akustisch zu entfalten.

Wenn er gut gespielt ist, benötigt der Subbas im Mix nicht viel Pflege. Ich setze einen Lowcut bei 30 Hz und einen Highcut bei ca. 100 Hz. Somit sind nur die Nutzfrequenzen des Subbasses übrig. Danach lade ich einen Kompressor zur Dymanikkontrolle in die Insert-Effekte. Hier sollte die Attackzeit etwas länger gewählt werden, damit der Subbass Zeit zum Einschwingen bekommt. Der Subbass ist über kleine Monitore oder Kopfhörer nur schwer hörbar. Mische ihn daher lieber leise und vorsichtig zu und schau dir dein Ergebnis im Stereo Out-Frequenzspektrum an. Der Subbass sollte in den Bässen nicht hervorstechen.